Von der Idee zum fertigen Handtuch –
Interview mit Michael Ungerer von möve

Der 2. Teil unseres Gesprächs mit dem Creative Director von möve

In Teil 1 unseres Interviews mit Michael Ungerer von möve erhielten wir bereits einen Einblick darin, wie sich der Creative Director von der Inspiration finden lässt. Lesen Sie nun in Teil 2, wie seine Ideen schließlich als Handtuch oder Accessoire in unsere Badezimmer gelangen.

HW: Heimatwerk

MU: Michael Ungerer, Creative Director von möve

HW: Das Jahr 2018 naht und damit neue Kollektionen. Wie kommt es von der Idee zum fertigen Handtuch im Geschäft?

MU: Wir beschäftigen uns momentan bereits mit der Jahreskollektion 2019. Am Anfang startet alles mit der Erstellung von Farb- und Moodboards. Nach und nach kristallisieren sich daraus die Themen und es entstehen Entwürfe, welche die Grundlage für die Fertigung von Mustern sind. Nach bestandenem Qualitätstest kommen die Artikel dann zunächst in eine Vorauswahl, bevor daraus die finale Kollektion selektiert wird.

Bei der Ideenfindung spielen nicht nur die Farben, sondern auch neue Materialien, wie hier Filz, eine wichtige Rolle. © möve

HW: 2017 sind Beton und Industrial Design in vielen Lebensbereichen nicht wegzudenken. Ab September gibt es in der trendigen Beton-Optik auch eine stylische Accessoires-Serie von möve. Denken Sie, dass sich dieser Trend langfristig durchsetzen wird?

MU: Sichtbeton findet man im Innenbereich für Decken, Wände und Böden schon seit Längerem. Was zunächst nur in Museen, Galerien, Boutiquen etc. anzutreffen war, hat inzwischen im Wohnbereich Einzug gehalten.

Minimalistisch, modern, pflegeleicht und super mit allem zu kombinieren, ist Beton als Material bei Innenarchitektur und Wohnaccessoires nicht mehr wegzudenken.

Kontraste von Materialien sind bei möve häufig zu finden und verleihen ihren Badaccessoires einen einzigartigen Charme. © möve

HW: Wie wichtig ist Ihnen die Zusammenarbeit bzw. das Feedback von Kunden und Kundinnen bei der Umsetzung neuer Ideen?

MU: Kundenfeedback nehmen wir sehr ernst. Die Rückmeldung von Kunden zu Produkten gibt uns die Möglichkeit, unserem Qualitätsanspruch stetig nachzukommen und dementsprechend Anpassungen und Verbesserungen, sowohl kurz- als auch langfristig, vornehmen zu können. Somit möchten wir sicherstellen, das Kundenerlebnis und die Produktzufriedenheit ganzheitlich zu stärken.

HW: Wir sind selbst große Fans der möve Vienna Mesh-Serie und haben gelesen, dass Sie das Korbgeflecht der Wiener Kaffeehausstühle aufgegriffen haben. Wie kamen Sie zu dieser originellen Idee?

MU: Weben und Flechten sind zwei sehr verwandte Metiers. Die Kollektion „möve VIENNA MESH“ verbindet sie auf subtile Weise und ist eine raffinierte Hommage an die Flechtkunst, eine der ältesten existierenden Handwerkstechniken. Das markante achteckige Geflecht von Wiener Kaffeehausstühlen, ein traditionelles Motiv aus dem Möbeldesign, haben wir in Frottier übersetzt und finden, dass es auf unseren Hand- und Duschtüchern sehr frisch und edel wirkt.

Sowohl beim Morgenmantel, als auch bei Frottiertüchern und Kerzen wird bei der Serie Vienna Mesh das Korbgeflecht der Wiener Kaffeehausstühle aufgegriffen. © möve

HW: An die edlen Anzüge der Dandy-Ära sind die Frottiertücher und Bademäntel der Kollektion möve Brooklyn angelehnt. Diese Kollektion gibt es in leicht variierender Form nun sehr erfolgreich seit einigen Jahren. Zur Ersteinführung dieses Musters wurden sie 2014 sogar für den Sächsischen Staatspreis für Design nominiert. Was glauben Sie, macht den Erfolg dieser Serie aus?

MU: Die möve BROOKLYN-Kollektion findet ihren Ideenursprung in der Ära der Dandys, mit ihrem wahrscheinlich berühmtesten Vertreter Oscar Wilde. In Anlehnung an die traditionellen Anzugstoffe wurden Melange, Glencheck und Fischgrat mit modernem Twist in Frottier übersetzt. Die kontrastreichen grafischen Muster kommen durch den Einsatz eines speziellen Bouclé Garns mit Viskose und Leinenanteil besonders ausdrucksstark zur Wirkung.

Seit Jahren überzeugt die Brooklyn-Serie und wurde 2014 sogar für den Sächsischen Staatspreis für Design nominiert. © möve

HW: Worauf dürfen wir uns 2018 freuen?

MU: Für die Kollektion 2018 wird es wieder eine Garninnovation geben und schöne neue Themen. Lassen Sie sich überraschen.

 

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