Reden ist Silber…Exklusiv-Interview mit Sonja Quandt

Exklusiv-Interview mit Sonja Quandt,
Inhaberin der gleichnamigen Silbermanufaktur

Sonja Quandt – passionierte Geschäftsfrau mit berühmter Familiengeschichte, übernahm im Jahr 1984 das Zepter der Silbermanufaktur Kühn in Schwäbisch Gmünd und führte das Unternehmen in das moderne Zeitalter. Seither schickt sie ihre Silberschätze in die ganze Welt. Wir freuen uns, dass die edlen Manufakturwaren für Tisch, Tafel & Geschenkartikel ab sofort in unserem Shop erhältlich sind.

Wie immer möchten wir Heimatwerker auch einen Blick hinter die Kulissen werfen und die Besonderheiten unserer Manufakturen verstehen. Dafür gewährte uns Sonja Quandt einen seltenen und persönlichen Einblick in ihr Schaffenswerk.

HW: Heimatwerk
SQ: Sonja Quandt

Feinstes Tafelsilber sorgt für glanzvolle Momente bei Tisch ©Sonja Quandt

HW: Frau Quandt, ihre Familiengeschichte spielt sich eher im wirtschaftlichen Bereich und der Autoindustrie ab. Was bewog Sie, sich in die künstlerische Richtung zu begeben?

SQ: Ich habe das Handwerk der Gold- und Silberschmiedekunst erlernt – das war schon immer meine Passion. Meine Vision ist es, einzigartige Kollektionen mit Stücken von bleibendem Wert zu schaffen.

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Mit Leidenschaft und Kreativität für das Material Silber übernahm Sonja Quandt die kleine Silbermanufaktur in Schwäbisch Gmünd © Sonja Quandt

HW: Wie haben Sie die Silberschmiede Kühn entdeckt? (Gibt es vielleicht einen persönlichen Bezug?)

SQ: Mit meinem Juweliergeschäft war ich eigentlich nur Kunde bei der Silberschmiede Kühn und wurde von meinen Lieferanten angesprochen, die Firma Kühn zu übernehmen. Schließlich sollte das Werk von Genrationen nicht verloren gehen, sondern weitergeführt werden.

HW: Was verbinden Sie mit dem Material Silber? Haben Sie auch schon einmal mit dem Gedanken gespielt, mit Gold zu arbeiten?

SQ: Silber und Gold sind neben Platin die edelsten Metalle, die es auf dieser Welt gibt. Silber erinnert mich an den Glanz des Mondes, so unverwechselbar und unvergleichlich schön. Auf Wunsch verarbeiten wir zwar auch Gold zu Bechern und kleineren Accessoires, das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf Silber.

HW: Sie entwerfen selbst Produkte und neue Muster. Woher nehmen Sie Ihre Inspiration dafür? 

SQ: Ich besuche viele Kunden und höre mir ihre Wünsche und Anregungen an – diskutiere Sie auch mit ihnen – dadurch entstehen neue Ideen, die mich wiederum zu neuen Modellen inspirieren. Gemeinsam mit unseren Silberschmieden entwerfe ich dann alle Silberstücke in ihren Formen und Verzierungen mit großer Leidenschaft.

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Schön gedeckter Frühstückstisch mit silbernen Eierbechern, Marmeladen- und Honigdosen © Sonja Quandt

HW: Die Quandt Silbermanufaktur konzentriert sich momentan auf glanzvolle Momente für Tisch & Tafel. Planen Sie für die Zukunft, das Sortiment auf Schmuck oder Uhren zu erweitern? 

SQ: Nein, im Augenblick nicht. Ich konzentriere mich ganz auf Tisch, Tafel und Wohnaccessoires. Dieser Bereich bietet noch so viele Möglichkeiten!

HW: Welches sind Ihre persönlichen Lieblingsstücke und welche Bedeutung haben sie für Sie?

SQ: Die Moonlight-Vasen, der 13-lichtige Barockleuchter aus dem Tafelsortiment und das Besteck „Waves“ aus der Besteckserie. Das Besteck habe ich mit meiner ältesten Tochter zusammen entwickelt, wodurch es auch einen persönlichen Wert für mich besitzt.

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Silberschätze mit viel Herz: 13-lichtiger Barock-Leuchter, Besteck “Waves” und die Moonlight-Vase gehören auch zu den Heimatwerk’schen Lieblingsstücken. © Sonja Quandt

HW: Ihre Silberschätze reisen in die ganze Welt. Welches war das für Sie spannendste und aufregendste Projekt, das Sie umsetzen durften? 

SQ: Das Projekt in Qatar, bei dem mich meine älteste Tochter begleitete und wir einen Einblick in die Häuser und die dortige Lebenskultur bekommen haben…Das erlebt man nicht alle Tage!

HW: Wir haben festgestellt, dass Sie viele Ihrer Produkte in Silber, aber auch versilbert anbieten. Welchen Kundenstamm möchten Sie jeweils ansprechen? 

SQ: Wir freuen uns, wenn auch das Bewusstsein junger Menschen wächst, sich schön einzurichten und dabei Silber einzusetzen. Ob dabei Echtsilber oder versilberte Modelle verwendet werden, ist nur eine Frage des Geldbeutels, nicht der Lebensart. Echtes Silber ist und bleibt jedoch immer eine Wertanlage.

In jedem Stück steckt viel Liebe und Tradition, aber auch viel Arbeit: Per Hand werden die Kostbarkeiten bearbeitet. © Sonja Quandt

HW: In der heutigen Zeit spielt schneller Massenkonsum eine große Rolle. Das Produkt, welches gestern noch gefallen hat, wird heute ausgetauscht und weggeworfen. Wie denken Sie darüber, besonders im Bezug auf das langlebige Material Silber? 

SQ: Ich denke, es zeichnet sich langsam ein Trend ab, für Produkte auch etwas mehr Geld auszugeben, die mit Sorgfalt, Liebe zum Detail und in Handarbeit hergestellt werden. Natürlich ist der Bezug zu diesen Stücken ein viel tieferer, denn oft fand ein langer Prozess des Aussuchens und Entscheidens statt.

Nicht nur der perfekt gedeckte Tisch selbst ist wichtig, sondern auch das, was am Ende auf den Teller kommt. Sonja Quandt beim Bocuse d’Or © Sonja Quandt

HW: Anfang des Jahres unterstützten Sie großzügig den Bocuse d’Or – den wichtigsten deutschen Koch-Wettbewerb – in Stuttgart. Welchen Bezug haben Sie zum Bocuse d’Or

SQ: Die Unterstützung unseres Handwerks und junger Nachwuchstalente empfinde ich als wichtig. Doch nicht nur die Produkte für Tisch & Tafel sind eine Handwerkskunst für sich, sondern auch die facettenreiche Kulinarik, die letztendlich auf dieser edlen Leinwand präsentiert und genossen wird. Daher habe ich auch den Kochwettbewerb Bocuse d’Or unterstützt, einen internationalen Wettbewerb, bei dem junge Köche aus aller Welt ihr Können unter Beweis stellen.

Hmmm, lecker! Wer möchte bei diesem Anblick nicht ein wenig naschen?! Die Gewinnerplatte des Bocuse d’Or. © Sonja Quandt

Wir bedanken uns sehr für das sympathische und spannende Interview!

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