MENÜS DES DRESDNER HOFES … ODER WAS GAULT MILLAU UND DEN LETZTEN KÖNIG SACHSENS VERBINDET!

Quelle: Ipernity.com

Der Gasthof Bärwalde bei Schloß Moritzburg war immer meine absolute Geheimadresse für den perfekten kulinarischen Abend in (oder besser gesagt bei) Dresden. Auch wenn man in dieser idyllischen Ecke von Bärwalde sicherlich keine Küche auf Sterneniveau erwartet… Aber das dachten sich wahrscheinlich auch die allseits gefürchteten Restauranttester des Gault Millau-Führers, als sie kürzlich bei Olav Seidel einkehrten und ihm prompt 15 Punkte verliehen. Eine äußerst seltene Auszeichnung in der sächsischen Restaurantlandschaft und noch dazu ein sehr hoher Einstiegswert in die Gault Millau-Riege für Olav Seidel!

Das Seidel’sche Lokal bietet Platz für nur ein paar Tische und versucht nicht durch überladenes Interieur vom Wesentlichen abzulenken. Es ist, als würde man bei Freunden einkehren und genauso wird man hier auch von Familie Seidel empfangen. Egal ob mit Familie, Freunden oder zum Geschäftsessen, man fühlt sich sofort wohl und würde am liebsten jeden Tag zum Essen vorbeikommen. Die Speisen sind raffiniert abgerundet und immer saisonal abgestimmt. Das Reh auf dem Teller…(natürlich!) vom befreundeten Jäger! Das Gemüse…. (natürlich) vom Landwirt um die Ecke. Nicht umsonst wird dieses Restaurant auch von der Slow Food Bewegung als Top-Adresse der Region empfohlen, denn hier wird mit Leidenschaft und Können gekocht. Wieder einmal ein Beweis dafür, dass – egal wo man is(s)t – Passion und ein hoher Anspruch an die Qualität das beste Erfolgsrezept sind.

Genau aus diesem Grund wurde Olav Seidel auch gewissermaßen zum königlich-sächsischen Hofkoch auserkoren! Die alten Rezepte des Dresdner Hofes, die damals dem Gaumen von Prinz Friedrich August vorbehalten waren, konnten dank der handschriftlichen Überlieferung von Ernst Max Pötzsch nun unter die kulinarischen Fittiche von Olav Seidel übergeben werden. Seit Monaten werden also in Bärwalde handschriftliche Hieroglyphen aus dem Jahre 1898/1899 entschlüsselt und die einstigen Menüs des letzten Königs von Sachsen in Perfektionismus nachempfunden. Möglich machte dies das Forschungsprojekt „Ernährungsgeschichte in Sachsen e.V.“ in Zusammenarbeit mit der TU Dresden.

Und das Beste kommt natürlich wie immer zum Schluß! Wir Alle haben nun die Möglichkeit das Endergebnis in der Eventreihe „Menüs des Dresdner Hofes“ zu verköstigen und gleich mit einem Besuch im Gault Millau-gekürten Gasthof von Olav Seidel zu verbinden. Auch der Menüpreis für dieses herausragendes Projekt scheint mit 96 € pro Person nur auf den Blick ambitioniert, erübrigt sich jedoch schnell…. Denn zum 4-Gänge-Menü sind hier ebenso Champagner-Apéro, Burgunder oder Riesling, Grand Cru Bordeaux, Tokajier, Kaffee/Espresso und Wasser bereits inkludiert. Während des Soupers werden außerdem die Speisen und die kulinarische Ästhetik um 1900 von Hans-Peter Maier, Prof. Dr. Josef Matzerath und Georg Schenk vorgestellt.

Wir sind in jedem Fall dabei und empfehlen eine baldige Reservierung, denn pro Veranstaltung haben nur 20 Personen in den Räumlichkeiten Platz.

Weitere Termine: 7. Juli, 21. Juli, 8. September, 22. September unter SLOWFOOD SACHSEN oder direkt im Gasthof Bärwalde, Kalkreuther Straße 10a, 01471 Bärwalde
, Tel: 035208 / 342901

Wir freuen uns bereits auf den königlichen Gaumenschmaus! 

(Bild: Ulrich van Stipriaan)

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