Was eine Hochzeitsfotografin ausmacht? Interview mit Teresa Marenzi

Es ist Juni und das ist ja bekanntlich einer der Monate, in dem die Hochzeitsglocken besonders häufig läuten… Das Wetter spielt in vielen Teilen Deutschlands auch noch mit und es wird jedes Wochenende an unzähligen Orten das große JA-Wort ausgesprochen… Wir gehen gerne auf Hochzeiten, schmeißen uns ins Festtagsgewand und feiern mit Liebenden, deren Freunden und Familien diesen ganz besonderen Tag.

Aber damit so eine Hochzeit zum unvergesslichen Erlebnis wird, braucht es nicht nur viel Liebe und gute Planung, sondern auch die richtigen Mitwirkenden hinter den Kulissen, die für die Blumendeko, Musikuntermalung oder die Verköstigung der Gäste zuständig sind. Und was wäre „der schönste Tag im Leben“ ohne großartige Fotos des Events als bleibende Erinnerung? Wir haben Teresa Marenzi getroffen und mit ihr über ihren Beruf gesprochen, der sie die ganze Welt bereisen lässt, um für Paare den Hochzeitstag festzuhalten… Ein Traumberuf, wie wir finden und gar nicht so einfach, wie man denkt. Aber lest selbst…

(c) Teresa Marenzi

Was war für dich der Grund, Hochzeiten zu fotografieren?

In die Hochzeitsfotografie bin ich recht zufällig hineingerutscht, vor inzwischen 12 Jahren – da war ich gerade dabei, mein Germanistikstudium abzuschließen. Eine sehr gute Freundin hatte vergessen, einen Fotografen zu organisieren und fragte mich und meinen (inzwischen) Mann Daniel, ob wir das nicht machen können. Wir hatten kurz darauf eine Reise nach Indien und Japan gemacht und sie kannte unsere Fotos daher. Wir haben die Hochzeit fotografiert und es hat großen Spaß gemacht – sofort danach kamen Folgeaufträge und so ging es los. Drei Jahre später, nach Magisterarbeit und einem Jahr an der Angewandten Theaterwissenschaft Gießen, habe ich mich als Fotografin selbständig gemacht.

(c) Teresa Marenzi

Was macht deiner Meinung nach gute Hochzeitsfotos aus?

Ha, schwierige Frage! Das Schöne und Schwierige als Hochzeitsfotograf ist, dass man eigentlich alles können muss: dokumentarische Momentaufnahmen, klassische Portraits, Details inszenieren, Atmosphäre einfangen… Das ist die Herausforderung. Gute Hochzeitsfotos sind daher, meiner Meinung nach, die, die es schaffen, diesen speziellen Tag in seinen vielen Aspekten festzuhalten. Das Schönste, was uns Paare sagen, wenn sie ihre Hochzeitsfotos das erste Mal durchsehen, ist – „Es war wie eine Zeitreise. Wir haben den ganzen Tag nochmal erlebt.“

Welche besonders schönen Locations hast du in Deutschland schon durch Hochzeiten kennengelernt?

Wir fotografieren ja nur ungefähr 20% der Hochzeiten in Deutschland, der Rest ist europaweit und international. Und einige der schönsten Locations, an denen wir fotografiert haben, sind privat. Deswegen fallen mir als Locations, die man weiterempfehlen kann, eigentlich lauter Orte außerhalb von Deutschland ein: das Cap Rocat auf Mallorca zum Beispiel, Borgo Castelvecchio in der Toskana oder zuletzt die Molenvliet Vineyards nahe Kapstadt.

(c) Teresa Marenzi

Was war das Lustigste, das Du jemals auf einer Hochzeit erlebt hast?

Eine meiner liebsten Erinnerungen war eigentlich ein Missgeschick – die Hochzeit fand an einem See ii Österreich statt und der Bräutigam sollte am Weg dorthin den Brautstrauß vom Floristen holen. Das hatte er aber im Stress vergessen und vor der Trauung blieb keine Zeit, einen anderen zu organisieren. Die Braut war Schauspielerin und das kreative Theatervolk schwärmte kurzerhand zu Dutzenden aus, um von den Wiesen, Sträuchern und Gärten rundherum Blumen zu ergattern. Das Ganze dauerte keine 5 Minuten, die Kostümbildnerin des Theaters, die auch als Gast da war, stellte sich generalstabsmäßig auf, sammelte die Blumen ein und band ratzfatz – zusammengehalten mit Zahnseide – einen wunderschönen Strauß.

Danke, liebe Teresa! Hier findet ihr ihre Website oder folgt ihr auf Instagram, um Inspirationen für euren großen Tag zu bekommen!

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