„Inspiration kann man nicht suchen…“ –
Interview mit Michael Ungerer von möve

Ein Gespräch mit dem Creative Director von möve

Auf diesen einen Moment einmal im Jahr freuen wir Heimatwerker uns ganz besonders: Das Eintreffen des möve-Katalogs. Mit leuchtenden Augen, wie wenn wir ein Geschenk an Weihnachten öffnen würden, blättern wir dann durch die Seiten und entdecken die neuen Trends für das Badezimmer. Immer wieder überrascht uns möve mit neuen Mustern oder Materialien. Michael Ungerer, der kreative Kopf „hinter dem Handtuch“, verrät uns in einem Interview, wie er sich inspirieren lässt, um spannende neue Produkte zu kreieren. 

Lesen Sie hier den ersten Teil!

In jedem Artikel ist die möve-Handschrift ersichtlich. © möve

HW: Heimatwerk

MU: Michael Ungerer, Creative Director von möve

HW: Herr Ungerer, Sie waren als Designer und Creative Director für Mode bei Cerruti, Joop! und Wunderkind tätig. Wie kam es, dass Sie das Metier wechselten und folglich Frottierwaren und Accessoires für möve entwarfen?

MU: Bereits 1999 wurde ich neben dem Design für Mode und Accessoires mit der Entwicklung der JOOP! Living Kollektion betraut. Was zunächst mit namhaften Marken wie z.B. Fürstenberg, Wilkens, Spiegelau und Bellora begann, entwickelte sich schnell zu einer umsatzstarken Lizenzmarke mit zahlreichen Partnern.

Auch Marken wie Missoni, Etro, Ralph Lauren, Versace, Calvin Klein etc. haben bereits seit Anfang der 90er Jahr eine Home Collection im Sortiment. 

Große Blumen und die Farbgebung der schottischen Landschaft zeichnen die Serie Edinburgh aus © möve

HW: Ganz neu im August erschienen, ist die Serie möve Edinburgh. Diese orientiert sich an der britischen Arts & Crafts-Bewegung aus den 1860er Jahren. Im Zeitalter der maschinellen Produktion regten Maler, Architekten und Dichter die Rückbesinnung auf das Handwerk an. Welchen Stellenwert hat das Handwerk für möve?

MU: möve baut auf die langjährige Kompetenz der ansässigen Textilfachkräfte. Wir lassen unsere hochwertigen Frottierwaren ausschließlich in Deutschland produzieren, da wir hier über moderne Fertigungsanlagen und das Know-How unserer Mitarbeiter verfügen, um die hohe Qualität unserer Produkte zu gewährleisten. Wir sind uns unserer langjährigen Tradition bewusst, aber bleiben dennoch nicht stehen.

HW: Ein berühmter Vertreter der Arts & Crafts-Bewegung war der Londoner Künstler und Architekt William Morris (*1832; †1896). Seine floralen Tapetenentwürfe begeistern bis heute und dienten auch als Vorlage für die Frottiertücher der Edinburgh-Serie. Haben Sie die Blumen selbst designt oder wurde eine originale Vorlage von Morris verwendet?

MU: Wir entwickeln alle Jacquards und Druckmotive in unserem hausinternen Atelier, damit unsere möve Handschrift in jedem Artikel ersichtlich ist. Original Vorlagen dienen uns lediglich als Referenz bzw. Inspiration für den Entwurf.

Auf der rechten Seite ist eine Originalvorlage von William Morris zu sehen, links das fertige Handtuch mit dem eigenständigen Design von möve. © möve

HW: Sowohl das Vichy-Muster als auch das Marmor-Muster erleben in diesem Jahr ein großes Comeback, ob in der Mode oder in der Inneneinrichtung. Auch möve hat diese Motive für Bad-Accessoires oder Frottiertücher verwendet. Wie entwickelt man ein Gespür für solche globalen Trends und wie lassen Sie sich inspirieren?

MU: Meine vielen, vielen Bücher zu Hause, die Liebe zur Architektur, Fotografie und Kunst. Ich werde manchmal gefragt: „Woher nimmst du Deine Ideen?“ So als könnte man sich Inspiration irgendwo im Museum holen und die nächste Kollektion danach gestalten. So läuft das nicht. Inspiration kann man nicht suchen, sie kann einen nur finden. Ich sehe mir sehr viel an. Ich bin an Film, Literatur, Malerei, Bildhauerei, Kunst allgemein interessiert. Ich finde vieles spannend, was mir im Alltag begegnet. Wenn ich an etwas hängen bleibe, dann wird es fast obsessiv. Ich sehe ein Gebäude und will wissen, wer es gebaut hat und für wen. Ich recherchiere über einen Künstler und das führt mich zu einem anderen Künstler oder ganz anderen Personen bzw. Handwerkstechniken und Epochen.

2017 ist das Comeback-Jahr des Marmors (rechts) und des Vichy/Hahnentritt-Musters (links), die stilsicher auch von möve aufgegriffen werden. © möve
Klassisch und edel erfreut sich die Eden-Serie nicht nur bei Herrn Ungerer, sondern bei unseren Kunden großer Beliebtheit. © möve

HW: Welche möve-Kollektion darf bei Ihnen zu Hause das Badezimmer schmücken?

MU: Ich persönlich mag sehr gerne griffige Tücher mit einem leichten Massageeffekt. Hierzu eignen sich besonders die Garnmischungen mit Hanf bzw. Leinen. In meinem Bad sind daher die Tücher der Kollektion möve EDEN anzutreffen.

 

Entdecken Sie nächste Woche Teil 2 unseres Interviews mit dem Creative Director Michael Ungerer von möve.

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