Herr von Eden – Ein Dandy geht „back to the roots“

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Provokant, aber elegant: So lässt sich nicht nur die Herrenmode-Marke Herr von Eden beschreiben, sondern auch ihr extravaganter Gründer Bent Angelo Jensen selbst. Um für sein Rasierset zu werben, machte er sich kurzerhand obenrum frei und rasierte sich…unterm Arm!

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Ausgefallen wird das Rasierset in Szene gesetzt © Herr von Eden

Dabei ist das Rasierset durchaus klassisch gehalten: In edlem Schwarz und zartem Cremeton erscheinen die Edelstahl-Griffe von Rasierhobel und Pinsel. Passend zum Set gibt es auch die Rasierschale aus Porzellan, sodass einer fast schon nostalgisch anmutenden Rasur nichts im Weg steht. Kreativ wurde mit der sächsischen Marke Mühle Shaving (die Sie bei uns auch hier finden) zusammengearbeitet. Da konnten wir nicht widerstehen und haben das Set sofort in unser Sortiment aufgenommen, erhältlich bei uns ist das Rasierset und die Rasierschale.

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Gegensätze ziehen sich an: Klassisches Schwarz wird mit glänzendem Chrom kombiniert © Mühle

Doch wer ist der charismatische Mann hinter Herr von Eden?

Eigentlich spezialisierte sich der selbst ernannte Windsor-Punk Jensen mit seinem Modelabel Herr von Eden auf unkonventionelle Herrenmode mit einem Mix aus Provokation und Tradition. Seit 1998 spielt sie einerseits auf Dandys und Gentleman an, andererseits sind die Kreationen modern und zeitgenössisch.

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Immer etwas schrill, aber gut gekleidet: Bent Angelo Jensen © dandydiary.de

Schon immer modeaffin rebellierte er mit 14, indem er Second-Hand-Anzüge aus den Altkleidersammlungen des DRK trug. Sein Handwerk lernte er, als er in einem Second-Hand-Geschäft arbeitete. „Das war meine Ausbildung. Ich lernte alles über Größen, den Umgang mit Kunden und Buchhaltung.“ (© faz.net)

Im Jahr 1996 zog es Jensen nach Hamburg, wo er den Store 24 hours-24 cabins eröffnete. Dort verkaufte er Second-Hand-Hemden und Jeans aus dem Amerika der 70er.

Meister der Selbstinszenierung: Bent Angelo Jensen modelt auch gern selbst für sein Label © Gala
Meister der Selbstinszenierung: Bent Angelo Jensen modelt auch gern selbst für sein Label © Gala

Mit viel Herzblut suchte Jensen 2 Jahre später hochwertige Herrenanzüge aus dem Second-Hand-Bereich zusammen. Nicht nur das Konzept änderte sich, sondern auch der Name des Ladens: Herr von Eden war geboren. „Herr von“ stand für die edle Herrenmode, „Eden“ sollte an das Paradies den „Garten Eden“ erinnern, da Jensen sich selbst auch als Paradiesvogel sieht.

Simpel entwickelte Jensen das Konzept der offenen Garderobe: Eine Woche lang durfte ein Anzug geliehen werden, danach wurde er gereinigt und ein anderer Anzug wurde geliehen. Begeisterte und vor allen Dingen zahlreiche Kunden wollten ihre Anzüge jedoch lieber erwerben als nur leihen. Ehrgeizig und voller Tatendrang fing Jensen nun selbst an zu designen, auch weil er nicht, wie er selbst sagt „als kauziger Trödelhändler enden “ wollte (© interview.de).

Jensen polarisiert bei der Vermarktung von Herr von Eden: Die Einen lieben es, die anderen nicht © iheartberlin.de
Jensen polarisiert bei der Vermarktung von Herr von Eden: Die Einen lieben es, die anderen nicht © iheartberlin.de

Hilfe bekam er dafür aus der eigenen Familie. Seine Schwester Britta entwickelte als gelernte Schneiderin und Dozentin einer Kopenhagener Modeschule erste Schnittmuster nach Jensens Vorstellungen. Autodidakt Jensen lieh sich von nun an Bücher von ihr, um selbst Schnittmuster passend zum Textil anfertigen zu können.

Hier ist der Kunde König: Auch Spezialanfertigungen sind kein Problem für Jensen (© parador.com)
Hier ist der Kunde König: Auch Spezialanfertigungen sind kein Problem für Jensen © parador.com

Hinzu kam in den Folgejahren eine Damenkollektion und sogar eine eigene Parfümmarke. Stars wie Jan Delay, Thomas Gottschalk und Udo Lindenberg schwören auf den feinen Zwirn von Herr von Eden. Neben Hamburg eröffnete Jensen Läden in Köln, Berlin, München und Kopenhagen.

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Verpflichtete Herr von Eden für die Ausstattung seiner Tour und wurde 2009 mit dem Preis für das beste Outfit ausgezeichnet: Jan Delay © Gala

So rosig lief es jedoch nicht immer: Im Jahr 2013 musste Jensen Insolvenz anmelden. Statt aufzugeben, veranstaltete Jensen Ende 2013 die Benefiz-Veranstaltung „Bent Aid!“ (Angelehnt an das große Musikfestival „Band Aid“, bei dem Geld für Hilfsbedürftige gesammelt wird) und sammelte Gelder, um seine Schulden zu begleichen.

Bela B. von den Ärzten "spendete" höchstpersönlich eine signierte Gitarre für die Bent Aid-Auktion © Gala
Bela B. von den Ärzten „spendete“ höchstpersönlich eine signierte Gitarre für die Bent Aid-Auktion © Gala

Von nun an konzentrierte er sich nur noch auf seine Geschäfte in Hamburg, Berlin und Köln und erklärte seinen modischen Mode-Ausflug in die Damenwelt für beendet. Reflektierend gesteht Jensen: „Ich bin jetzt ein Mann. Vorher war ich ein kleiner, halbstarker Rocker.“ (© Zeit.de)

Klassische Herrenanzüge und Herrenaccessoires im Dandy-Stil sollen von nun an wieder im Vordergrund stehen, für die das Label Herr von Eden berühmt geworden ist und für die es von der Zeitschrift GQ für die besten Anzüge zur Nummer 1 gekürt wurde.

Easy macht auch er Werbung für Herr von Eden: Rapper Cro © Herr von Eden
Easy macht auch er Werbung für Herr von Eden: Rapper Cro © Herr von Eden

Ein echter Selfmade-Man ist dieser Bent Angelo Jensen also, der aus einer Niederlage einen Triumph macht. Oder wie es Jan Delay formuliert: „Da trägt man Herzblut am Körper“ (© stern.de).

Sie sind neugierig geworden? Dann schauen Sie sich sein designtes Rasierset bei uns hier an!

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