Gruselige Babys und schießende Häschen auf der Ostrale 2015

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Quelle: ostrale.de

Einmalige Kunsterlebnisse erwarten die Besucher der Ostrale vom 10.07. bis 27.09.2015. Ungewöhnlicher Ausstellungsort ist das Dresdner Ostragehege – ein ehemaliger Schlachthof, der dem Verfall trotzt und besonders zum Thema der Massentierschlachtung vieler Kunstwerke in diesem Jahr passt.

Mehr als 500 Werke werden jährlich bei der größten internationalen Ausstellung zeitgenössischer Künste aller Genres präsentiert.

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Nguyễn Thế Dung: Wartende Güter, 2011 (Quelle: ostrale.de)

Unter dem künstlerischen Ansatz „Handle with care“ wird von mehr als 200 Künstlern ganz nach der Intention des Bestseller-Klimaforschers und Wissenschaftlers Stephen Emmott über den rasanten Bevölkerungsanstieg und den unachtsamen Lebenswandel der Menschheit in Kunstform philosophiert.

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Ein winziges Baby, doch halt: Wieso hat es denn eine Vogelkralle und ein Flügelchen? Gänsehaut-Hinweis auf die Geflügelmast (Künstler Andreas Hetfeld und Suus Baltussen “Lebewesen”), Foto: Robert Michael

Nicht weniger als die Zerstörung der Welt prophezeit Emmott, da die Maßlosigkeit und Habgier der Menschen zu einer Verdrängung der Kunst- und Kulturgüter führt. Warnend spielt nicht nur der Verfall, sondern auch die Bewahrung der Umwelt eine Rolle in der diesjährigen Ausstellung.

Weltweit reichten über 630 Künstler aus allen Kunstgenres ihre Arbeiten ein, um bei der Ostrale 2015 dabei zu sein. Eine Fachjury wählte bis Mitte April aus, wer es bis in die Ausstellung schafft. Afrikanische und asiatische Kunst nehmen diesmal einen besonderen Stellenwert ein, da sie in der Kunstszene immer gefragter werden.

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Andy K. „Optic Ninja“ (Quelle: ostrale.de)

Ein Graffiti-Special sorgte am Eröffnungswochenende für Aufmerksamkeit, denn neben wallmeetings, gab es auch workshops, bei denen der Besucher selbst mitmachen durfte.

Das Interesse von Kindern an der Kunst kann am 8./9. August auf dem Ausstellungsgelände am Messering geweckt werden – hier findet ein Bildungsprogramm für Kinder statt.

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(Quelle: Bild: Heinz Schmöller: Atlas, 2009 (Ausschnitt), © Uwe Walter)

Kindgerecht werden sie durch die Ausstellung geführt und können auch selbst die Rolle des Künstlers einnehmen.

Bildungspolitische Aspekte der Kunst werden am 18. September auf dem Ausstellungsgeländer des Messerings diskutiert. Künstler mit Migrationshintergrund diskutieren Möglichkeiten der Migration fremder Kulturen.

Erstmals wird am 2. Oktober der Europäische Kulturpreis für Künstler unter 35 Jahren überreicht. Dotiert ist der Preis mit 3.000 Euro.

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Wer schießt denn da? Heinz Schmöller „Freundliches Feuer“ (Foto: dpa)

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Trauriger Marsch von farblosen Menschen, „400 Einsamkeiten“ von Laure Boulay, Foto: Robert Michael

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“Die Zähmung der Steine” Olaf Stoy, Foto: Robert Michael

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Ein Wald ohne Natur: „Wald 3.0“ von Doris Hansen, Foto: Robert Michael

Der Eintritt für die Ausstellung kostet 14€, ermäßigt 9€. Familienticket und 5-Tage-Ticket kosten jeweils 30€, Führungen 5€ pro Person.
Die Ostrale ist von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 20 Uhr geöffnet, donnerstags bereits ab 10 Uhr. Nähere Informationen finden Interessierte hier.

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