Diese Arbeit wird mit Füßen getreten –
Kokosweberei aus der Lausitz

Wie aus der Kokosnuss robuste Türmatten entstehen

Fast schon versteckt liegt das Haus unserer kleinen Kokosweberei in der Oberlausitz. Tatsächlich wurde es 1848 als Wassermühle gebaut. Als die letzte Kokoshandweberei in Europa und als einzige Kokosweberei im Osten Deutschlands werden hier Fußmatten und Matten verschiedener Größen aus strapazierfähigen Naturfasern wie Kokos, Sisal, Hanf oder Jute hergestellt. Schon vor vielen Jahrzehnten wurden Kokosmatten in Sachsen gefertigt. Doch nur diese kleine Manufaktur blieb erhalten. Selbst Sonderanfertigungen für Oldtimer, Untersetzer für Puppen oder Teddys werden nach Wunsch gewebt oder geflochten.

Die Kokosfasern kommen zunächst als lange Seile an.

Woher stammen die Kokosfasern?

Leider können Kokosfasern momentan noch nicht „Made in Germany“ sein. Und das hat einen guten Grund: Die Kokospalme bevorzugt besonders warme Gebiete mit hohem Niederschlagswert und sandigem Boden. Verbreitet ist sie daher im sogenannten „Tropengürtel“, also auf den Philippinen, in Indonesien, Afrika , an den Flussläufen Südamerikas und in Süd-Indien. Unsere kleine Kokosweberei bezieht die kostbaren Fasern aus Indien.

Übrigens: Die Kokosnuss zählt nicht zu den Nüssen, sondern zu den Steinfrüchten. Nur von unreifen Früchten können die Fasern gewonnen und zu Garnen versponnen werden. Zu reife Früchte haben einen zu hohen Holzanteil und würden sich nicht spinnen lassen. Die Fasern werden durch die „Röstung“ gewonnen. So wird der Vorgang genannt, bei dem die Kokosfasern vom Pektin getrennt werden. Monatelang werden die Kokosfasern dafür in Wasser gelegt, sodass das Pektin auf natürliche Weise verrottet.

Ohne Elektrik funktioniert diese Verzopfungs-Maschine von 1900.

Was kann die Kokosfaser?

Dehnbar und fest ist die Kokosfaser unempfindlich gegen Pilz- oder Bakterienbefall. Robust übersteht sie deshalb monatelange Feuchte und ist gleichzeitig schwer entzündlich. Perfekt eignet sie sich daher für Fußmatten oder Seile.

Fußmatte Kokoszopf und Tauwerk

Etwas Besonderes ist die Kokoszopf Fußmatte. Um sie herzustellen, wird die Kokosfaser zunächst auf eine Spule gezogen. Dann verzopft sie der Kokosweber an einer alten Maschine aus dem Baujahr 1900.

Anschließend wird das gezopfte Garn per Hand straff gewebt und festgenäht.

Hier befindet sich die Kokoszopf-Matte noch auf dem Webstuhl.
Die fertige Matte ist fest verwebt und vernäht.

Bei der Tauwerk Matte wird das Kokosgarn zunächst zu einem Tau gedreht. Aufwendig werden nun mehrere Stränge miteinander geflochten.

Ein Hit für Geburtstage oder den Einzug ist die Geschenktasche. Locker passen hier Blumen oder eine Flasche Wein hinein. Statt wie ein Geschenkkorb im Keller einzustauben, wird diese Tasche oben aufgetrennt und schon hat der Beschenkte auch noch eine tolle Fußmatte.

Fuß- und Kratzmatte Sisalmatte

Immer größerer Beliebtheit erfreut sich unsere Sisalmatte mit Jute-Anteil. Längst wird die aus Garn gewebte Matte nicht mehr nur als Fußabtreter verwendet. Katzen lieben es, ihre Krallen darauf zu wetzen oder ein Schläfchen auf dem Naturmaterial zu halten.

Perfekt, um die Krallen darauf zu wetzen, ist die Sisalmatte
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